
Auch in unserer heutigen "aufgeklärten" Zeit sind Wunder noch nicht vollständig aus dem Alltag verschwunden. Zeitungsschlagzeilen wie "Das Marien-Wunder von Marpingen", "Geheimnisvolles Nordlicht über Deutschland" oder "Ein 'Wunder über Nacht' macht Schumi neuen Mut" belegen, daß auch unser Alltag noch Wunderbares, Geheimnisvolles birgt. Vor allem Rettungen aus Extremsituationen sind es, die immer wieder für "Wunder"-Schlagzeilen sorgen. So überlebten einige Verschüttete nach dem Erdbeben in der Türkei im Juni 1999 "wie durch ein Wunder"; die Bergung von verschütteten Bergleuten wie 1963 in Lengede oder 1998 in Lassing werden durchwegs als "Wunder" betrachtet.
Neben Zeitungen verbreitet gerade das Internet zahlreiche Geschichten über wunderbare Vorfälle. Ganze Websites beschäftigen sich mit allen Arten von paranormalen Vorgängen, Geistern oder sonstigen Erscheinungen (z.B. www.paranormal.de oder www.noraja.de). Sogenannte "Geisterforen" bieten die Möglichkeit, daß sich Menschen, die schon ein übersinnliches Erlebnis hatten, untereinander austauschen können.
Neben den "alten" Wundern treten in heutiger Zeit auch neu anmutende "Wunderzeichen" auf, die sogenannten UFOs. Um deren Existenz wird ebenso heftig debattiert wie um die Realität der Wunderzeichen in der Aufklärung. Gerade da es sich um "unidentifizierbare" Objekte handelt, die am Himmel beobachtet werden und bei vielen Menschen Angst auslösen, können hier durchaus Parallelen zu den frühneuzeitlichen Wunderzeichen gesehen werden. Das Aussehen hat sich zwar geändert - statt Ruten, Leuchtkugeln, Rauchsäulen, Geisterheeren oder ähnlichem sind es nun hochtechnologische Flugobjekte (vermutlich) außerirdischer Herkunft -, doch die Deutung blieb in ähnlicher Form erhalten. Wie die Aufklärer die frühneuzeitlichen Wunderzeichen so tun auch heute viele "Aufklärer" UFO-Sichtungen als Aberglauben ab. Doch worum es sich wirklich handelt, konnte bis jetzt nicht geklärt werden.