
Den weitaus größten Teil der Wunderzeichenflugblätter und -flugschriften machen diejenigen über Himmelszeichen aus, nämlich insgesamt mehr als die Hälfte. Die Anzahl der beobachteten Himmelserscheinungen ist jedoch um einiges geringer einzustufen, da oft zu einer Erscheinung mehrere Flugblätter und Flugschriften erschienen sind.
Zu den wunderbaren Himmelserscheinungen zählen vor allem Haloerscheinungen (Nebensonnen und Lichtringe), Nordlichter und seltsame Wolkenbildungen. Dabei interessieren im 16. Jahrhundert und zu Beginn des 17. Jahrhunderts jedoch nicht die Licht- bzw. Wolkenerscheinungen als Naturerscheinungen, sondern deren symbolischer Gehalt. Die Menschen der frühen Neuzeit sahen darin Heere, die sich einander bekämpfen, Ruten als Symbole einer kommenden Strafe, christliche Symbol wie beispielsweise das Kreuz, verschiedene Tiere, Waffen als Zeichen für drohende Kämpfe oder Feuerflammen. Diese Symbole werden fast immer auf großen, oft kolorierten Holzschnitten dargestellt..
Der Text besteht aus einer knappen, aber detaillierten Beschreibung des Zeichens und einem Deutungsteil, in dem die Erscheinung als Strafe Gottes für die Sünden der Menschen ausgelegt wird. Den Abschluß bildet sodann ein Aufruf an die Menschen zu Buße und Besserung, der oft durch ein Gebet, in dem an die Barmherzigkeit Gottes appelliert wird, abgerundet wird. Diese Interpretation ist in allen Wunderflugblättern und -flugschriften insgesamt die häufigste. Doch ist bei denjenigen, die Himmelszeichen zum Thema haben, das Besondere, daß diese Deutung nicht - wie dies bei anderen Themen geschieht - aus dem jeweiligen Beispielfall hergeleitet wird, sondern es handelt sich um ein stereotypes Interpretationsmuster, das auf alle Arten von Himmelserscheinung gleichermaßen angewandt wird.