Scheintod, Auferstehung und wunderbare Rettungen

Eine Gruppe von Wunderzeichen besteht aus Wundermenschen, also  Menschen, denen etwas Außergewöhnliches zustößt: Sie stehen von den Toten auf oder bleiben auf wunderbare Weise am Leben, obwohl sie dem Tod schon sehr nahe gestanden haben. Die Einteilung in Auferstandene und Scheintote erweist sich dabei als äußerst schwierig. Denn aufgrund mangelnder medizinischer Kenntnisse kam es in früheren Jahrhunderten - vor allem zu Zeiten der Pestepidemien - des öfteren vor, daß ein Mensch für tot erklärt wurde, der sich nur in tiefer Bewußtlosigkeit befand und noch gar nicht wirklich tot war. Somit dürfte es sich wohl in den meisten Fällen um 'Scheintote' handeln, auch wenn in den Flugblättern bzw. Flugschriften von 'Auferstandenen' gesprochen wird.

Meist treten die Auferstandenen als Boten Gottes auf, die den Menschen Prophezeiungen überbringen. Dabei scheinen Auferstandene eine zusätzliche Legitimation für das Überbringen der Botschaften zu besitzen, da sie ja bereits tot waren und in direktem Kontakt mit Gott gestanden haben. Manche Scheintote berichten von imaginären Reisen, auf die sie sich unter der Leitung eines Geistes oder Engels begeben hätten. Auf diesen Reisen erhalten sie direkten Einblick in Himmel und Hölle und können den Menschen sodann von ihren Erfahrungen Bericht erstatten und sie zugleich vorwarnen.

Wie die Auferstandenen und Scheintoten hatten auch Menschen, die auf wunderbare Weise gerettet wurden, den Tod direkt vor Augen. Anders als diese können sie jedoch noch nicht von wirklichen Todeserlebnissen berichten, sondern nur von ihrem Erlebnis in einer Ausnahmesituation. Von einem "Magdeburgischen Brunnen=Sauberer", dessen Erlebnis eine Flugschrift aus dem Jahre 1684 behandelt, wird beispielsweise berichtet, daß er in den Trümmern eines eingestürzten Brunnens verschüttet wurde. Doch da er die Hoffnung nicht aufgegeben und bis zuletzt Gott um Hilfte gebeten hatte, wurde er nach drei Tagen aus seinem 'Grab' befreit. Die Situation schien also zwar ausweglos, "doch war bei Gott möglich, was bei den Menschen unmöglich schien" - so die Erklärung, die der Autor dieser Flugschrift über das 'Wunder' abgibt.

(c) 2005 Dr. Michaela Hammerl, http://www.wunderzeichen.de